Die Sonderausstellung „Juden und jüdisches Leben in der Synagogengemeinde Herzebrock Rheda-Wiedenbrück“ in den Räumen 4 und 5 des Museums ist leider Coronabedingt im Moment nicht zu besuchen, aber wenn es wieder soweit ist, gibt es zwei interessante Aspekte zu sehen.
Ausführlich ist die Geschichte von Juden und dem jüdischen Leben in Rheda, Wiedenbrück und Herzebrock seit 1531 nachzuverfolgen. Alle Aspekte zum jüdischen Glauben und der jüdischen Feiertage, die Wohn- und Schulsituation der jüdischen Bevölkerung in der Synagogengemeinde werden beschrieben. Auch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Menschen kommen vor.  Auch die Firmengeschichten, die zum Teil Beziehungen zur Wiedenbrücker Schule haben kommen vor. (s. Geschichte der Sperrholzfabrik Gebr. Thalheimer)
Aber ein weiterer Aspekt der Sonderausstellung besteht in der integrierten Kunst der renommierten New Yorker Künstlerin Grace Graupe-Pillard. Sie ist eine der Töchter der in Rheda geborenen Else Stern (1912-2007) und hat 1993 in einer umfassenden Analyse und Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte einen Kunstzyklus geschaffen, der ein Teil der Ausstellung ist.
So kommen zu den gezeigten 20 Texttafeln der 500jährige Geschichte von jüdischem Leben in Rheda auch künstlerische Aspekte.

Erstmals wurde diese Serie„Nowhere to go: The Holocaust Series“ im November 1993 im New Jersey State Museum in Trenton USA gezeigt. Die Künstlerin entwickelte die Serie aus der Auseinandersetzung mit der Geschichte ihrer eigenen jüdischen Familie. Ihr Vater stammte aus Berlin, ihre Mutter Else Stern aus Rheda. Zusammen mit ihrem Vater, der Briefe von Verwandten aus Deutschland übersetzte, verbrachte sie etwas ein Jahr damit, die Familiengeschichte in zehn verschiedenen Kompositionen künstlerisch zu verarbeiten.

Jede Komposition beruht auf der dunklen Silhouette einer gebückten Figur. Sie entstand nach der Fotografie einer Frau, die sich in einem Fluss wäscht. Sie vermittelt zugleich den Eindruck einer Person, die sich hinkniet zum Beten und einer, deren Hände gefesselt sind. Die Kompositionen enthalten alle einen starken Symbolismus, der durch Zitate wie Fotografien und Schriftschablonen konkretisiert wird. Die Technik besteht aus Kreide und das Trägermaterial ist Leinwand. Von den Originalen wurden Auflagen hergestellt, deren 1. Auflage hier zu sehen ist. Die Reproduktionen sind auf LKW-Plane gedruckt.

5 Banner sind in der Ausstellung zu sehen. Weitere 3 Banner werden als zusätzliches museumspädagogisches Material für Gruppenbesuche vorgehalten, ebenso wie 20 weitere Texttafeln zu Familien- und Firmengeschichten.

Hier kann man die Arbeiten bereits anschauen. Informationen zu den Motiven sind in der Ausstellung als Flyer vorhanden.

Die Ausstellung kann auch außerhalb der Öffnungszeiten von Lerngruppen besucht werden sobald das Museum wieder öffnen darf. Eine Anmeldung ist erforderlich.