„Spannend und Aufschlussreich“, so fallen die Bemerkungen bei Besuchenden der Ausstellung „Einsatz in Tsingtau – ostwestfälische Soldaten in der deutschen Kolonie“. Gut 300 junge Männer aus dem Gebiet des heutigen Ostwestfalen-Lippe taten ihren Militärdienst in China, insgesamt gut 5000 Soldaten aus dem ganzen Reichsgebiet. Für viele war es das erste Mal überhaupt außerhalb Europas unterwegs zu sein.

Was, warum, wieso trieb die Führung des Deutsche Kaiserreich dazu an, allen voran der damalige Kaiser Wilhelm II. in der Zeit von 1897  bis 1914 in China eine „Musterkolonie“ zu betreiben. Warum wurde der „deutsche Platz an der Sonne“ wie Kaiser Wilhelm II. es beschrieb auch in Asien gesucht?

Die drei Professionen Militär, Geistlichkeit und Kaufmannschaft traten als Dreiklang bei dieser kolonialen Unternehmung auf. Wie wurde mit der heimischen Bevölkerung umgegangen, wie wurden propagandistische Bilder geprägt, die bis heute nachwirken. Es verwundert dann nicht mehr, dass die chinesische Erinnerung an diese leidvolle Zeit bis heute in den bilateralen und internationalen Verhältnissen nachwirken.

Diese anschauliche und wenig bekannte Geschichte wird jetzt im Rahmen der Ausstellung „Einsatz in Tsingtau – ostwestfälische Soldaten in der deutschen Kolonie“ bis zum 6.9.26 verlängert. Auch für Führungen stehen noch Termine zur Verfügung, so dass sich ein Besuch lohnt.Tsingtau