Anton Mormanns Wohnhaus in der Mönchstraße 13 ist eines der stattlichsten Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert in Wiedenbrück. Das große repräsentative Wohnhaus ist in fünf Achsen gegliedert und ist aufwendig zur Straßenseite mit Schiefer verkleidet. Alles an der Fassade atmet großbürgerlichen Stolz und Erfolg. Genauso wollte Anton Mormann als erfolgreicher Künstler mit internationalen Beziehungen gesehen werden und so herausragend waren er und seine Werkstatt auch.

Foto: Anton Mormann und seine Familie, Stadtarchiv Rheda-Wiedenbrück

Anton Mormann (1851 – 1940) lernte bei F. A. Goldkuhle in Wiedenbrück und ging dann einige Jahre zum Münsteraner Bildhauer Heinrich Fleige (dessen Geburtshaus steht bis heute in der Rathausstraße in Rietberg). Von 1877 bis 1882 führte er  zusammen mit Christoph Siebe eine Bildhauerwerkstatt in Wiedenbrück. Anton Mormann war ausgesprochen geschäftstüchtig, so dass er ständig bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigen konnte und viele Kollegen in Wiedenbrück an seinen Aufträgen beteiligte. Zeitweise gehörte Anton Mormann der höchsten preussischen Steuerklasse an, was seine erfolgreiche Arbeit unterstreicht.  Seine Altäre wurden bis nach Amerika geliefert.

Der Sohn Wilhelm Mormann (1882 -1914), der nach einer Lehre im väterlichen Betrieb an den Kunstakademien Düsseldorf und München studierte, gewann zahlreiche Auszeichungen. Er fiel als Soldat im Erste Weltkrieg, so dass der jüngere Bruder Julius Mormann (1886 – 1973) den Betrieb übernehmen musste. Er studierte von 1919 bis 1924 an der Düsseldorfer Kunstakademie wie schon sein Bruder und trat 1924 in die Werkstatt ein. Trotz der schwierigen Auftragslage während der 1920 und 1930 Jahre konnte er den Betrieb erfolgreich fortführen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem Krippen produziert und die Restaurierung von Kircheneinrichtungen übernommen.

Im Museum Wiedenbrücker Schule sind viele Leihgaben aus der Werkstatt Mormann zu sehen.

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