Büscher, Johannes: Bildhauer (1882-1953)

Johannes Büscher wurde am 02.05.1882 in Wiedenbrück geboren. Die dortige Volksschule besuchte er von 1888 bis 1896. Danach fand seine Ausbildung als Bildhauer und Ornamentiker von 1896 bis 1900 bei Heinrich Hartmann in Wiedenbrück statt.

Im Anschluss daran begab er sich einige Jahre auf Wanderschaft. Nach dem Krieg, an dem er als Soldat teilgenommen hatte, ließ er sich in Wiedenbrück nieder und eröffnete eine kleine Werkstatt. Er arbeitete eng mit hiesigen Möbelfirmen zusammen, von denen er auch den größten Teil seiner Aufträge erhielt. Ein kleinerer Teil der Aufträge kam von Privatleuten. Inflation, Weltwirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg machten auch ihm schwer zu schaffen, so dass es nicht immer leicht für ihn war, seiner Familie eine gesicherte Existenz zu bieten.

Aus diesem Grunde war er auf jeden Auftrag angewiesen und führte nicht nur die bei den Möbeln gewünschten Ornamente aus, sondern arbeitete auch Kruzifixe, Wegekreuze, Herr-Gotts-Winkel, Madonnen, Tiere, Buchstützen und Wandteller. Am liebsten schuf er jedoch Madonnen und Kruzifixe. Als Material benutzte er sowohl Holz als auch Stein. Seine Arbeiten sind dem Historismus, dem Jugendstil und dem Realismus zuzuordnen. Am 23.03.1953 starb Johannes Büscher in Wiedenbrück.

Quelle: Brigitte Spieker (Text) und Rolf-Jürgen Spieker (Fotos, Gestaltung), Christiane Hoffmann (Text, Fotos)

Wiedenbrück, Zentrum sakraler Kunst zwischen 1860 und 1940