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Das Wiedenbrücker Schule Museum besitzt aus dem Nachlass der heute nicht mehr vorhandenen Firma Altarbau-Firma August Bücker (später Stilmöbel Bücker) einen Fotoarchiv. Die 177 historischen Fotos zeigen Produkte der Altarbaufirma. Die Abbildungen zeigen von Bücker gebaute Altäre, Kirchenbänke, Kanzeln und sakrale Einrichtung. Ab 1920 werden zunehmend Stilmöbel mit reichem Ornamentschmuck hergestellt. Bis in die 1970er Jahre bestand die Firma Stilmöbel Bücker in Rheda-Wiedenbrück. Dieser Abbildungsschatz zeigt Dinge, die heute vielfach nicht mehr vorhanden sind. Auch sind die Aufstellungsorte vielfach nicht mehr bekannt. Daher hat sich das Museum entschlossen, einmal den Fotoschatz zu digitalisieren und hier auf der Internetseite des Museums öffentlich zu machen.
Ziel ist die Fotos zu lokalisieren und ggfs. Forschungslücken zu füllen, in dem Forschende „ihre Kirchen mit den historischen Inneneinrichtungen“ wiedererkennen oder überhaupt einen historischen Zustand entdecken können und ebenfalls zu erfahren wo die Aufstellung stattfand. Der Zweck der Sammlungsveröffentlichung ist daher einmal selber zu erfahren, wo ist welcher Altar etc aufgestellt worden und darüber hinaus, es möglich zu machen einen historischen Zustand mit Originalfotos zu dokumentieren.
Die Abbildungsrechte liegen für jede Form von Verwendung beim Museum und es wird gebeten, bei dem Verwendungswunsch Kontakt mit dem Museum aufzunehmen. Ein entsprechendes Feld ist neben der Dokumentation zu finden. Zögern Sie nicht, diesen Kontakt mit uns aufzunehmen, da wir alle nur profitieren können, wenn mehr Wissen über die Kunst der Wiedenbrücker Schule bekannt ist.
Vielen Dank, das Museums-Team
Hintergrund der Altarbau-Anstalt August Bücker, Rheda (W.).
Bücker gründete seine eigene „Altarbau-Anstalt“ in Rheda in der Nähe des Bahnhofes, der an der Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn lag und die Versendung seiner Produkte zu entfernten Kunden einfach möglich machte.
Dazu kam dass er sich zwar einer große Anzahl Wiedenbrücker Altarbauwerkstätten gegenüber sah, aber er in der Boomzeit der Kirchenbauphase des Kaiserreiches aktiv wurde und sich daher auch auf dem kleinen Markt behaupten konnte.
Zahlreiche neue Kirchen entstanden bzw. viele alte mit neuen „neogotischen“ oder „neoromanischen“ Innenausstattungen versehen wurden.
Um komplette Arbeiten abliefern zu können, war er auf die enge Zusammenarbeit mit Bildhauern und Malern angewiesen, die ja zahlreich in Wiedenbrück vertreten waren. Von den Bildhauern sind hier Anton Mormann, Christoph und Wilhelm Siebe, Heinrich Hartmann, Hermann Vogt und Heinrich Püts sowie von den Malern Georg und Eduard Goldkuhle, Johannes Grewe und Heinrich Repke zu nennen.
Dem zu jener Zeit vorherrschenden Historismus entsprechend, führte A. Bücker seine Arbeiten in allen gewünschten Stilen aus und konzentrierte sich nicht nur auf einen ganz bestimmten persönlichen Stil. Die Arbeiten entstanden sowohl nach eigenen als auch nach vorgegebenen Entwürfen. Die steigende Zahl von Aufträgen brachte es mit sich, daß er die Arbeiten nicht mehr allein schaffte und Gehilfen einstellen mußte, um die Lieferfristen einhalten zu können. Die Folge davon war, daß Bücker zeitweise bis zu 30 Mitarbeiter hatte. Positiv wirkte sich auch für Bücker seine gute Zusammenarbeit mit dem Paderborner Diözesanbaumeister Güldenpfennig aus, der ihn auch gerne weiterempfahl.
Das von A. Bücker bevorzugte Material bildete Holz. Seine Leistungen auf dem Gebiet der Kirchenausstattung wurden 1913, anlässlich einer Ausstellung in Paderborn, auf der er mit einem Altar vertreten war, mit der Verleihung der Goldenen Medaille gewürdigt. Zwei weitere Goldmedaillen erhielt er für die Anfertigung der Kommunionbank in Cappenberg im Jahre 1923 sowie für einen Altar, der für eine Berliner Kirche bestimmt war.
Trotz dieser Auszeichnungen in den zwanziger Jahren lag die geschäftlich erfolgreichste Zeit dennoch in den Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die sich nach Kriegsende anschließende Inflation sowie die Ende der zwanziger Jahre auftretende Weltwirtschaftskrise waren nicht zu unterschätzende Faktoren dafür, dass ein Anknüpfen an die äußerst erfolgreichen Vorkriegsjahre sich als sehr schwierig erwies.
Zusätzlich kam bei A. Bücker noch hinzu, dass sein Sohn, der die Altarbauwerkstatt einmal weiterführen sollte, im Ersten Weltkrieg gefallen war.
Als August Bücker am 30.01 .1933 starb, übernahm zwar ein weiterer Sohn die Leitung der Altarbauwerkstatt, stellte diese aber bald auf Möbelproduktion um.
Die Bilder sind unter CC BY-NC-SA lizensiert. Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen.























































































































































































