Auf 17 Plakaten werden Lebensbilder von Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel gezeigt – den vier weiblichen Mitgliedern des Parlamentarischen Rates. Sie erkämpften mit Art. 3, Abs. 2 – „Männer und Frauen sind gleich berechtigt.“ – die Verankerung der Gleichberechtigung im Grundgesetz.
Formuliert wurde damit im Jahr 1949 jedoch keine Beschreibung der Realität, sondern ein Ziel, auf das Politik und Gesellschaft mit Hilfe des Grundgesetzes hinarbeiten sollten. Seiner Verankerung im Grundgesetz gingen heftige Diskussionen voraus. Ohne das Engagement der vier Frauen im Parlamentarischen Rat und der vielen Frauen, die sich in der Öffentlichkeit für die volle Gleichberechtigung stark machten, wäre es zu dieser Formulierung nicht gekommen.
All das rekonstruiert die Ausstellung Mütter des Grundgesetzes und geht ein auf das Leben und Wirken der vier Frauen sowie ihren unmittelbaren Einfluss auf die deutsche Verfassung – über Parteigrenzen hinweg und mit Hilfe einer engagierten Frauenbewegung. Sie zeichnet wichtige frauenpolitische Errungenschaften und Meilensteine nach und zeigt, wie der Artikel 3 im Jahr 1993 im Zuge der Wiedervereinigung um den Satz: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ ergänzt wurde.
Und was würden die Mütter des Grundgesetzes wohl zu den gegenwärtigen Frauenanteilen von rund 30% in den Parlamenten sagen? Mit aktuellen Bezügen weist die Ausstellung darauf hin, wie relevant der Einsatz für die politische Partizipation von Frauen auch heute ist und wie es um ihre Gleichstellung steht.
Vortrag
Am 16. 4.2026 wird die Detmolder Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink die Politikerinnen vor, die am Grundgesetz beteiligt waren. Besonders würdigt sie Frieda Nadig aus Herford, die in Lippe als Leiterin der AWO eine besondere Bedeutung in der lokalen Erinnerungskultur zukommen sollte. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ zu besuchen. Link zur Veranstaltung:
Donnerstag, der 16.4.26, um 18:30 Uhr im Wiedenbrücker Schule Museum, um Spenden wird gebeten.

Laufzeit der Ausstellung
29.3.26 bis 2.8.26
Öffnungszeiten
Mittwoch 15 – 18 Uhr. Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils 15 – 17 Uhr und nach Vereinbarung.