Der „Pavillon“ des Düsseldorfer Künstlers Christian Odzuck (geb. 1978), dem 1. Preisträger des Brachum Kunstpreises 2014 der Stadt Rheda-Wiedenbrück, steht nördlich der historischen Altstadt von Wiedenbrück im Emsauengelände.

Odzuck entwickelte aus der Geografie der Stadt den Standort in der renaturierten Emsauenlandschaft. Der ungleichmäßige Grundriss eines nach oben offenen ungleichmäßigen Rechtecks, wurde aus Beton von Auszubildenden des Handwerks errichtet. Die Finanzierung übernahm der Stifter des Kunstpreises und viele Firmen der Stadt. Die gesamte Errichtung wurde durch freiwillige private Spenden ermöglicht. Christian Odzuck wählte Beton als das Baumaterial des 21. Jahrhunderts, um einen offenen Pavillon zu kreieren. In dem offenen Bereich im Untergeschoss wurde eine Bank, ebenfalls aus Beton, den Sitzmöbeln aus amerikanischen Schnellrestaurants entlehnt, aufgestellt. Im Inneren wurde eine Straßenlaterne aufgestellt. Die Straßenlaterne besteht aus vorhandenen Stücken der in Rheda-Wiedenbrück aufgestellten Laternen. Allerdings ist dies eine singuläre Laterne, da jedes Stück, die Basis, der Laternenpfahl, der Schirm und der Lampenkopf aus unterschiedlichen Modellen der im Stadtgebiet vorhandenen Laternen stammt. Somit handelt es sich nicht um eine zusammengehörige Bauart, sondern um eine zusammengestückelte Straßenlaterne. Im besten Sinne also eine wirkliche „Rheda-Wiedenbrück-Laterne“, die zu jedem Stadtteil gehört. Odzucks Pavillon-Idee entstammt einem Konzept des 19. Jahrhundert. Das Konzept des Naherholungsbereiches mit Ausflugspavillon bedeutete, dass sich am Wochenende die dorthin wandernden Städtern in reizvoller Umgebung aufhalten und dort die Freizeit verbringen konnten. Das versucht Odzuck nun zeitgemäß zu übersetzen. Er bestimmt den Standort für seinen Ausflugspavillon des 21. Jahrhundert in eine wiederhergestellte Auenlandschaft. Dieser Platz konnte fast 100 Jahre nicht erreicht werden, da dieser Teil der Ems flurbereinigt und abgesperrt wurde. Das Grundstück gehörte danach viele Jahrzehnte zu einem nahegelegenen Industriebetrieb. Erst die Aufgabe der Fläche und die Renaturierung der Ems in diesem Bereich machte die Öffnung der Flächen möglich.

Zum Brachum-Kunstpreis

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