Anlässlich der Errichtung des Erweiterungsbaus der Kreissparkasse Wiedenbrück an der Wasserstraße wurde die Brunnenanlage „Das Geld“ errichtet. Das Wasserspiel am Gebäudekomplex wurde 1988 vom Langenberger Bildhauer Heinz Bergkemper (1925-2001) geschaffen. Das Wasserband mit Springbrunnen besteht aus Lavabasalt und wurde großzügig entlang der Fassade des Erweiterungsbaus des Bankhauses angelegt. Vorgerückt aus der Mitte und für sich alleine gestellt, ist zusätzlich eine Stele aufgestellt worden.

Das Kunstwerk besteht aus einer Doppelstele und Bronzemünzscheiben und ist ebenfalls aus Lavabasalt.

Die Stele ist aus einem Stück Stein gefertigt. Die Basis nimmt ein geschlossener Block ein, der mittig in ein abgeschrägtes Dreieck ausläuft. An den Seiten sind je zwei eingedrehte, quadratische Stelen die in die Höhe weisen, aus dem Block gearbeitet worden. Die Innenseiten laufen aufeinander zu, sind aber voneinander getrennt, so dass ein Schlitz und Lichtdurchlass entstanden ist. Dadurch verlieren die quadratischen Stelenseiten ihre Wuchtigkeit und lassen Platz für überlebensgroße Münzdarstellungen aus Bronze.

Diese riesigen Münzen zeigen Prägebilder von ehemals in dem Geschäftsgebiet der Kreissparkasse Wiedenbrück im Umlauf befindlichen historischen Geldmünzen. Die Münzscheiben sind um ein vielfaches größer als ihre historischen Vorbilder. Sie wurden idealtypisch dargestellt. Die zitierten Pfennige sind in den Münzstätten meist nicht so klar und akkurat geschlagen worden und weisen üblicherweise eine große Bandbreite von aus der Mitte verrutschten Prägebildern auf. Hier sind zweimal neun unterschiedlich große Münzscheiben in Bronze gegossen worden, die als Gruppe von oben nach unten zwischen die beiden Stelen angebracht worden sind. Wie bei einer Münze gibt es bei der Stele, eine Vorderseite und eine Rückseite. Auf beiden Seiten der Stele sind Münzen vorhanden. Eine große Münzscheibe sticht heraus. Durch Größe und durch das gezeigte Bild wird ihre besondere Bedeutung herausgestellt. Das historische Vorbild war eine Gedenkmünze des Wiedenbrücker Landesherren Fürstbischof Franz-Wilhelm von Wartenberg (1593-1661), der seine Landkreisstadt Wiedenbrück während des 30 Jährigen Krieges auf einer von ihm herausgegebenen Gedenkmünze 1630 abbilden ließ. Wiedenbrück ist darauf als Festungsstadt mit Bastionen und einem Wall- und Grabensystem umgebend dargestellt.

Die Kreissparkasse Wiedenbrück besitzt die größte numismatische Sammlung von Münzen aus der alten Stadt und dem Landkreis Wiedenbrück, die anlässlich der Landesgartenschau 1988 einer großen Öffentlichkeit durch eine Ausstellung zugänglich gemacht wurde. Dieser innere Zusammenhang führte zur Auswahl der in der Doppelstele verwendeten Münzscheiben.

Besonders die Gedenkmünze hat für die Stadtgeschichte Wiedenbrücks bis heute Bedeutung. Ihre Existenz regte den Festungsforscher Ernst Joseph Weber (1923-2012) zu seinen Stadtmodellen von Wiedenbrück an. Ein farbiges Modell mit eingelassenen Gedenkmünzen ist im Wiedenbrücker Schule Museum zu sehen, ein anderes wurde als Bronzestadtmodell gegossen und vor dem historischen Rathaus als Stadtplan aufgestellt.

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